Entschleunigung im Alltag vergeht wie im Fluge
(Die Glocke vom 14.09.2009 zu "No Time Toulouse")
Was diesen Abend so kurzweilig macht, ist die kunstvolle Vernetzung der literarischen und musikalischen Beiträge. Nicht in sturer Abfolge von Vorträgen, sondern als anspielungsreich komponiertes Ganzes fanden Dichtung und Musik zu einer überaus gelungenen Inszenierung. Die Texte wurden nicht gelesen, sondern auswendig als Dialog zwischen der stimmgewaltigen Nikola Materne und dem wortgewandten Harald Redmer inszeniert, manchmal auch zu einem Melodram zur Musik von Piaf oder Bernstein, den Beatles oder den Stücken des Pianisten Peter Kräubig verdichtet. Das hatte Witz und Tempo, war jederzeit intelligent und oft sogar lehrreich.

„Neben gekonnten Persiflagen auf italienisches Liedgut und dadaistische Chansons überzeugt das Trio vor allem mit melancholisch-poetischen und erotisch-smoothigen Soulballaden. Höhepunkt: ihre Raumschiff-Enterprise-Parodie, bei der das Trio mit vollem Körpereinsatz brilliert und den Rockklassiker Time Warp zum witzigen Bossa-Nova ummodelt. Diese Leichtfüßigkeit soll ihnen erst einmal jemand nachmachen.“
(MZ vom 03.12.2005 zu zu „No Time Toulouse“)

„Niemand schaut auf die Uhr. [...] Die Zeit vergeht im Fluge, wenn phoenix5 zeitlos gültige Lyrik mit beständigen Geschichten und ewig währenden Songs collagieren.“
(WN vom 03.12.2005 zu „No Time Toulouse“)

Prickelnder Wasser-Abend“ (MZ vom 04.02.2003)
Gelöst und locker präsentierte sich das Trio. Nach kurzer Zeit entfaltete das nasse Thema ungeahnte Wirkung, brachte zum Lachen, ließ träumen, konnte schockieren, kurz verwandelte sich in eine äußerst sinnliche Angelegenheit. [...] Absolut mitreißend wurde es, wenn gesungen wurde. Imponierend hier vor allem die tolle Jazz-Stimme Maternes. Die Zuschauer waren begeistert.

„Nichts für Waschlappen (WN vom 04.02.2003)
Während das Wasser draußen nur so in den Kanal prasselte, löste es drinnen das Zwerchfell und so manche bierverwöhnte Blase. Und so manche Träne floss auch. Vor Lachen. Dieser Mischung konnte so schnell nichts das Wasser reichen. Flüssig im Vortrag, wasserdicht in der Dramaturgie. [...] spritzig obszön und sprudelnd vor Phantasie. Dazu tropfte Kräubig seine Töne ein oder formte sie mit Maternes wasserweicher Stimme zu swingenden Wassermusiken. Ob Ringelnatz´ Gedicht vom Seepferdchen oder John Irvings wilde Geschichte vom Wassertrinker, der wegen Problemen beim Wasserlassen in die Fänge der Urologie gerät - „Wasser löst“ ist alles andere als ein Schlag in dasselbe.

phoenix5 & N. Materne
 
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